"Welt" im Wintersemester 2019/20

Das Studium ist immer mehr als nur irgendeine Arbeit, die man eben so anfängt. Wer zum Studium geht, erlebt zumeist einen Umbruch in seiner ganzen Lebensweise. Die bisher vertraute Heimat, Freunde und Familie rücken mehr oder weniger weit weg. Andere Menschen, Orte, Themen geraten dafür in den Fokus. Eine intensive Zeit bricht an, in der klarer wird, was man selbst vom Leben erwartet, wie man leben will, welchen Werten und Idealen man folgt. Da ist viel Freiheit aber auch ganz neue Verpflichtung zur persönlichen Entscheidung. „I want it all …“ Ich will (es) alles … Das ist eine steile Ansage, mit der wir uns auseinandersetzen, weil sie die Spannung auf den Punkt bringt. Einerseits die Sehnsucht nach intensivem, erfülltem, sinnvollem Leben. Davon will niemand lassen. Andererseits, die Grenzen, die uns von außen gesetzt sind oder die wir beachten sollten. Wo verlaufen denn die Linien zwischen „intensiv“ und „gierig“? Einen Weg dazwischen zu finden ist das Gebot der Stunde, wenn wir jeder für sich und alle gemeinsam (weiter)leben wollen. In der Ökologie, der Wirtschaft, dem Sozialen, dem Recht. Denkt also mit über das nach, was wir erstrebenswert finden, wenn wir in die Zukunft blicken.

"Glaube" im Wintersemester 2019/20

Jesus ist nicht nur der freundliche milde Typ. Er ist nicht nur Sozialarbeiter oder Psychotherapeut, welcher mit sanfter Stimme und Engelsgeduld unterwegs ist. Er kann auch ein feurig-unnachgiebig Glaubender sein, der hart predigt und urteilt. An ihm wird auf widersprüchliche Art sichtbar, was es bedeutet, sich als religiös durchdrungen zu empfinden. Wer Gott hat rufen hören, dem stellt sich die Welt auf den Kopf. Viele biblische Gestalten haben erlebt, welch enorme Kräfte das in ihnen freisetzt. „I want it all ...“ Glaube steht in einem Spannungsfeld zwischen Absolutheit und Relativität, zwischen dem göttlichen Anspruch und den menschlichen Möglichkeiten. Heute, da extreme religiöse Formen ganz unterschiedlicher Ausprägung die Kehrseite eines unbedingten Glaubens zeigen, stellt sich die Frage: wie kann ich meiner Sehnsucht nach Erfüllung ernsthaft folgen und dabei das bleiben, was Jesus eben auch war: milde, freundlich, annehmend, aufhelfend, kurz liebevoll. Wir tasten uns an umstrittenen Aspekten des christlichen Glaubens wie „Offenbarung“, „Prophetie“, „Charisma“, aber auch der kritischen Reflexion des gegenwärtigen Menschenbildes oder den Konsequenzen einer „Verweltlichung“ von Religion entlang.

Abendbrot und buntes Programm

Natürlich geht es in der EKSG nicht nur um bierernste Themen. Es geht auch darum, das Bier ernst zu nehmen. Dann machen wir alles Mögliche. Mal geht's zum Bowlen, mal planen wir die nächste Andacht, mal gibt es Karaoke oder wir machen einen Filmabend. Hier kann man auch einfach die Seele baumeln lassen und sich gemütlich aufs Sofa chillen. Wenn es Abendbrot gibt, ist im Programm gekennzeichnet. Das sind in der Regel auch die lockeren Abende.